Erläuterung METAR

METAR (METeorological Aerodrome Report) ist die Form, in der Flughäfen weltweit ihre Wettermeldungen verbreiten. Das Format ist durch die ICAO (International Civil Aviation Organization) weitgehend standardisiert, es gibt allerdings einige Besonderheiten oder Erweiterungen für spezielle Zwecke.

Ein Beispiel

Anders als die Wetterberichte in Internet und Fernsehen sehen die METARs sehr technisch aus. Es braucht durchaus einige Übung, um sie flüssig lesen zu können. Wir wollen das hier anhand eines Beispiels versuchen:

LFSB 201400Z 33008KT 7000 -SN SCT015 SCT030 01/M00 Q1025

Man sieht sofort, dass die METAR-Meldung in einzelne Blöcke unterteilt ist. Einige davon müssen genau einmal vorhanden sein, andere sind optional, wieder andere dürfen mehrfach vorkommen. Wichtig ist aber die vorgegebene Reihenfolge.

Zu beachten ist hier noch einmal, dass es sich bei METARs um Wettermeldungen (also Beobachtungen des realen Wetters) und nicht um Wettervorhersagen handelt. Sie informieren folglich stets über die Wettersituation in der Vergangenheit.

Der Flughafen

LFSB201400Z 33008KT 7000 -SN SCT015 SCT030 01/M00 Q1025

Der erste Block besteht aus vier Buchstaben: Es ist der ICAO-Code des Flughafens, für den die Wettermeldung gültig ist. Der ICAO-Code ist nicht mit den Flughafen-Codes aus drei Buchstaben, den IATA-Codes, zu verwechseln. Um einige andere Beispiele zu nennen: LSZH steht für den Flughafen Zürich, LFPG  steht für den Flughafen Roissy-Charles-de-Gaulle in Paris und EDDF steht für den Flughafen Frankfurt in Deutschland. 

In unserem Beispiel entspricht LFSB dem ICAO-Code für den Flughafen Basel-Mulhouse.

Datum und Uhrzeit

LFSB 201400Z33008KT 7000 -SN SCT015 SCT030 01/M00 Q1025

Die Darstellung des Datums respektive der Zeit, zu der ein METAR erstellt wurde, ist etwas gewöhnungsbedürftig: Zunächst wird vom Datum nur der Tag des aktuellen Monats angegeben, weil man davon ausgeht, dass die verbreiteten Wettermeldungen stets aktuell sein müssen. Der Monat und das Jahr werden daher nicht angegeben.Danach folgt die Uhrzeit, immer in 4 Ziffern dargestellt. Die Uhrzeit ist in UTC, der Weltzeit, angegeben, und nicht in Lokalzeit. In der Fliegersprache wird diese als Zulu-Time bezeichnet, dafür steht das abschliessende Z. Um unsere Lokalzeit zu erhalten, muss man der Zulu-Time im Winter 1 Stunde, im Sommer 2 Stunden hinzufügen.

In unserem Beispiel handelt es sich folglich um den 20. des laufenden Monats,14h00 Zulu-Time.

Der Wind

LFSB 201400Z 33008KT 7000 -SN SCT015 SCT030 00/M01 Q1025

Im Windblock steht in den ersten drei Ziffern die Richtung, aus der der Wind bläst, angegeben in Grad. Darauf folgt die Windgeschwindigkeit, angegeben in Knoten (KT, ein Knoten entspricht 1,852 km/h). Der Wind kommt in unserem Beispiel aus 330°, also aus Nordwesten und bläst mit 8 Knoten, d.h. ungefähr 15 km/h.

33014G26KT
Dem Wert für die Windgeschwindigkeit kann noch ein zweiter Wert folgen, abgetrennt durch den Buchstaben G.

Die erste Zahl steht dabei immer für die durchschnittliche Windgeschwindigkeit, die zweite für die Geschwindigkeit von Böenspitzen (englisch gusts, deshalb G). Sie wird allerdings nur mit angegeben, falls die Böen sehr deutlich über der durchschnittlichen Windgeschwindigkeit liegen. Im Beispiel kommt der Wind aus 330° mit einer mittleren Geschwindigkeit von 14 Knoten, mit Böenspitzen, die 26 Knoten erreichen können.

VRB08KT
Wenn sich die Windrichtung in kurzer Zeit stark ändert, steht anstelle der dreistelligen Zahl die Buchstabenfolge VRB für variabel. In unserem Beispiel ist der Wind variabel mit einer Stärke von 8 Knoten.

… 33008KT 310V350
Alternativ kann bei einer variablen Windrichtung mit klarer Hauptrichtung auch ein zusätzlicher Block folgen, der den Bereich angibt. Im obigen Beispiel ist Hauptwindrichtung noch immer 330° mit einer Geschwindigkeit von 8 Knoten, der Wind kommt aber wechselnd aus dem ganzen Bereich zwischen 310° und 350°.

Die Sichtweite

LFSB 201400Z 33008KT 7000 -SN SCT015 SCT030 00/M01 Q1025

Die Sichtweite beträgt hier 7000 Meter, also 7 km. Bei einer praktisch unbegrenzten Sichtweite (über 10 km) wird immer 9999 angegeben.

Die Wetterphänomene

LFSB 201400Z 33008KT 7000 -SN SCT015 SCT030 00/M01 Q1025

Auf die Sichtweite folgt ein Block mit beobachteten Wetterphänomenen. Dieser Block kann leer sein, oder aber (wie in unserem Beispiel) einen oder manchmal gar mehrere Codes enthalten. Einige der wichtigeren Codes sind:

DZ Sprühregen (engl. Drizzle)
RA Regen (engl. Rain)
SN Schnee (engl.  Snow)
GR Hagel (frz. Grêle)
FG Nebel (engl. Fog)
TS Gewitter (engl. Thunderstorm)

Die meisten Phänomene dürfen durch ein vorangestelltes Minus oder Plus als schwach oder stark gekennzeichnet werden. In unserem Beispiel -SN herrschte also leichter Schneefall.

Die Bewölkung

LFSB 201400Z 33008KT 7000 -SN SCT015 SCT030 00/M01 Q1025

Die Wolken werden in den Schichten, in denen sie auftreten, von unten nach oben, angegeben. Dabei werden vier Stärken unterschieden:

FEW Leicht bewölkt (engl. few)
SCT Wechselnd bewölkt (engl. scattered)
BKN Stark bewölkt (engl. broken)
OVC Bedeckt (engl. overcast)
CLR oder NSC: keine Bewölkung (engl. clear oder no significant cloud)

In unserem Beispiel gibt es also zwei Schichten wechselnder Bewölkung, einmal auf dem Fluglevel 15, einmal auf Fluglevel 30. Die Fluglevels bezeichnen die Höhe über Boden in jeweils 100 Fuss, die Wolken liegen hier also auf 1'500 und 3'000 Fuss (3 Fuss entsprechen knapp einem Meter).

Abkürzung CAVOK für Wolken, Sichtweite und Wetterphänomene

Da für die Fliegerei das Wetter vor allem als Hindernis wahrgenommen wird, gibt es im idealen Fall die Abkürzung CAVOK. Sie steht für engl. Clouds and Visibility OK, also Wolken und Sicht in Ordnung, und ersetzt gleich alle drei vorangehend beschriebenen Code-Gruppen, wenn es keine nennenswerte Bewölkung (abgesehen von Wolken in sehr grosser Höhe) und Wetterphänomene um den Flughafen gibt und die Sichtweite praktisch unbegrenzt ist.

Unser METAR hätte in diesem Fall also deutlich kürzer ausgesehen:

LFSB 201400Z 33008KT CAVOK 00/M01 Q1025

Die Temperatur und der Taupunkt

LFSB 201400Z 33008KT 7000 -SN SCT015 SCT030 00/M01 Q1025

Diese Code Gruppe informiert sowohl über die Temperatur als auch über den Taupunkt. Minusgrade werden nicht mit einem Minuszeichen sondern mit dem Buchstaben M gekennzeichnet. Hier herrscht also eine Temperatur von 0° Celsius und ein Taupunkt von -1 °C.

Der Taupunkt gibt die Grenztemperatur an, bei welcher der in der Luft enthaltene Wasserdampf gerade damit beginnt, Kondensat (Tropfen) zu bilden.

Der Luftdruck

LFSB 201400Z 33008KT 7000 -SN SCT015 SCT030 00/M01 Q1025

Der mittlere Luftdruck der Atmosphäre auf Meereshöhe beträgt bei 15°C etwa 1013 mbar. Er kann wetterbedingt schwanken und ist höhenabhängig. Wird der Luftdruck in hPa (Hektopascal) angegeben, setzt man im METAR ein Q davor. In den Vereinigten Staaten wird der Luftdruck dagegen gerne anhand der Quecksilbersäule (in Hundertstel Zoll Quecksilbersäule) angegeben. In diesem Fall wird der Zahl dann nicht ein Q, sondern ein A vorangestellt. 

Der Luftdruck beträgt in unserem Beispiel 1025 hPa.