31/07/2002

Verkehrsergebnis des Flughafens Basel-Mulhouse mit deutlichem Rückgang im ersten Halbjahr 2002

Ganz im Gegensatz zum starken Wachstum in den vergangenen Jahren leidet der Luftverkehr in Europa nach wie vor am Einbruch, der sich im September 2001 einstellte.
Verglichen mit dem Vorjahr ist der Verkehr von 31 europäischen Flughäfen per Ende Mai 2002 um 6,3% zurück gegangen, wobei die einzelnen Flughäfen unterschiedlich von diesem Mittelwert abweichen. Die beiden anderen wichtigen Schweizer Flughäfen von Zürich und Genf weisen im Passagierverkehr für diese Periode einen Rückgang von 25% resp. 6,9% aus.
Bei den Geschäftsreisen ist der Rückgang, der durch den Schock der Attentate vom 11. September 2001 hervorgerufen wurde, praktisch überwunden. Der Ferienflugverkehr hingegen leidet weiterhin unter der Angst vor Terroranschlägen und ganz allgemein unter der politisch instabilen Lage in verschiedenen klassischen Tourismus-Ländern. Offenbar finden in den Zielländern des europäischen Tourismus strukturelle Änderungen statt.
Für die Schweizer Flughäfen kommen noch die Folgen des Verschwindens der Swissair-Gruppe dazu.

Der Flughafen Basel-Mulhouse weist im Passagierverkehr per Ende Juni 2002 einen Rückgang um 15% aus, -13% beim regelmässigen Linienverkehr und -23% beim Charterverkehr. Beim Frachtverkehr beträgt der Rückgang in der gleichen Periode 39%. Dieser starke Rückgang ist vor allem beim Verkehr der Schweizer Fluggesellschaften sehr ausgeprägt, die beim Linienverkehr -27% und beim Charterverkehr -46% ausweisen, was auf das gegenüber früher reduzierte Angebot der Gesellschaft Swiss zurückzuführen ist, die immer noch gegen 50% unseres Verkehrsaufkommens bestreitet. Ein weiterer Grund liegt daran, dass sich gewisse Reiseveranstalter nach Zürich zurückgezogen haben.
Bei den französischen Gesellschaften beträgt der Rückgang 6% beim Linienverkehr und 3% beim Charterverkehr.
Der regelmässige Linienverkehr hat bei den deutschen Gesellschaften um 11% zugenommen (Lufthansa wächst - in Konkurrenz mit Swiss - mit dem Ausbau der Verbindungen nach München, während Hapag Lloyd einen leichten Rückgang ausweist), wegen des Rückzuges des Reiseveranstalters LTU, einer Filiale der früheren Swissair, hat der Charterverkehr jedoch um 70% abgenommen.
Insgesamt rechnet der Flughafen Basel-Mulhouse für das Jahr 2002 mit einem möglichen Rückgang des Passagierverkehrs in der Grössenordnung von 12 bis 13%. Über diesen Horizont hinaus kann der Flughafen Basel-Mulhouse aufgrund der allgemeinen Voraussagen bezüglich der Erholung des Verkehrs in Europa für die nächsten fünf Jahre mit einem Wachstum von 5% pro Jahr rechnen.
Durch die Umstrukturierung der Gesellschaften der Swissair-Gruppe ist auch der Frachtverkehr substanziell betroffen. Per Ende Juni 2002 hat das Segment der Luftfracht um 84% abgenommen, während die Expressfracht bei -5% stabil blieb. Der Flughafen konzentriert seine Bemühungen verstärkt in Massnahmen für seine kommerzielle Entwicklung und ist überzeugt, dass die Frachtaktivitäten am Flughafen wieder zunehmen werden und dass der Rückstand mittelfristig wieder kompensiert werden kann.

Obwohl die finanziellen Folgen des Verkehrseinbruches bedeutend sind - die Einnahmen aus dem Flugverkehr machen fast die Hälfte der Einnahmen des Flughafens aus - wird dadurch die Vollendung des Ausbauprogrammes der Terminalinfrastrukturen, im Speziellen die Süderweiterung des Terminalgebäudes, nicht in Frage gestellt.
Trotzdem hat der Verwaltungsrat des Flughafens Basel-Mulhouse mit der Aufschiebung von Investitionen und Einsparungen bei den Betriebskosten strenge vorsorgliche Massnahmen ergriffen, um die solide finanzielle Grundlage des öffentlich-rechtlichen Unternehmens zu erhalten.
Die Projekte zur Verbesserung der Sicherheit des Luftverkehrs und zum Schutz der Umwelt werden nicht in Frage gestellt. Zudem wird der Flughafen Basel-Mulhouse für gewisse Projekte auch externe Investoren beiziehen (z.B. für die sogenannte Zone 4 für Expressfracht).

Mit seinen über 6'800 Arbeitsplätzen wird der Flughafen Basel-Mulhouse ein wichtiger Arbeitgeber in der RegioTriRhena bleiben, insbesondere für die umliegenden Gemeinden. Und er beabsichtigt auch, für seine Kunden, Benützer und Fluggesellschaften ein hervorragender Partner zu bleiben.

EuroAirport/MA/31.07.2002