23/03/2009

Schengen am EuroAirport : Beim Sommerflugplanwechsel am 29. März 2009 werden neue Infrastrukturen in Betrieb genommen. Für Passagiere im Schengenraum entfällt die systematische Passkontrolle, die Zollkontrolle bleibt.

Mit Beginn des Sommerflugplans am 29. März 2009 erfolgt am EuroAirport analog zu den anderen Schweizer Flughäfen die vollständige Schengen-Umsetzung. Ab diesem Datum werden Schengen- und Nicht-Schengen-Passagiere im Einsteigebereich beim Abflug und bei der Ankunft vor der Gepäckausgabe durch infrastrukturelle Anpassungen räumlich getrennt.

Für Passagiere, die innerhalb des Schengen-Raums reisen, entfällt die systematische Passkontrolle.  Passagiere, die aus Nicht-Schengen-Staaten kommen oder nach diesen Destinationen fliegen, werden hingegen einer systematischen Passkontrolle unterzogen. Die Zollkontrolle bleibt für alle Passagiere unverändert. Die Personenidentifikation beim Einchecken und Einsteigen bleibt ebenfalls bestehen. Deswegen müssen weiterhin alle Passagiere ein Identitätsdokument mitführen.

 

Aufgrund der bestehenden Infrastrukturen, die schon eine Trennung zwischen dem französischen und Schweizer Sektor sowie zwischen ankommenden und abfliegenden Passagieren vorsehen, musste der EuroAirport nur kleinere infrastrukturelle Anpassungen vornehmen, um Schengen-konform zu sein. Diese Anpassungen entsprechen einer Investition von rund 500 000€ und wurden vom EuroAirport aus dem laufenden Investitionsbudget finanziert.

 

Vereinfachte Kontrollprozesse für mehr als 70% Passagiere durch infrastrukturelle Anpassungen

 

Infolge der vollständigen Schengen-Umsetzung am EuroAirport ändert sich auch die Schengen- / Nicht-Schengen-Passagier-Verteilung. Bezogen auf das Jahr 2008 führt der Schengenbeitritt der Schweiz nach Umsetzung der Anpassungen ab 29. März 2009 am EuroAirport zu einem Passagier-Split: 73% Schengen - 27% Nicht-Schengen, verglichen mit: 14% Schengen und 86% Nicht-Schengen vor dem 29. März 2009. Dies bedeutet, dass ab Sommerflugpan 2009 dreiviertel der Kapazität des Fingerdocks für den Schengen-Verkehr benutzt wird und dass die Mehrheit der Passagiere am EuroAirport von den vereinfachten Kontrollprozessen unter Schengen profitieren werden.

 

Neu sind die folgenden infrastrukturellen Anpassungen:


- auf Abflugsebene im Einsteigebereich (Fingerdock): Einrichtung zwei neuer Passkontrollstellen für den Schweizer Grenzwachkorps und die französische Flughafenpolizei vor dem Eintritt in die Nicht-Schengen-Zone.
- auf Ankunftsebene: Einbau neuer Türen, welche den Fluss der ankommenden Schengen- und Nicht-Schengen-Passagiere trennen sowie Einrichtung zwei neuer Passkontrollstellen für den Schweizer Grenzwachkorps und die französische Flughafenpolizei vor der Gepäckausgabe.
- völlige Abdichtung der Trennwände zwischen den Schengen- und Nicht-Schengen-Zonen
- auf Abflugs- und Ankunftsebenen: Einrichten zusätzlicher Kontrollräume, damit bei individueller Abfragung der Passagierfluss reibungslos gewährleistet werden kann.


Grenzpolizeiliche Kontrollen für Nicht-Schengen-Passagiere

 

Die Schweizer Grenzwache ist seit 2007 am EuroAirport für die grenzpolizeilichen Kontrollen der ankommenden und abfliegenden Passagiere im Schweizer Sektor zuständig. Bereits vorher war die Grenzwache für die Kontrolle des Privatluftverkehrs am Flughafen tätig. Neu werden Reisende, welche einen Nicht-Schengen-Flug antreten oder mit einem Nicht-Schengen-Flug ankommen, nach den Vorschriften des Schengener Grenzkodexes kontrolliert. Es sind die gleichen Vorgaben, wie sie an der Schengenaussengrenze gelten. Das heisst konkret, dass jeder Passagier einer Passkontrolle unterzogen wird. Der Umfang der Kontrolle unterscheidet sich je nach dem Status eines Reisenden. Eine reduzierte Einreisekontrolle gelangt bei einem Schweizer Staatsbürger oder einem Bürger der Europäischen Union respektive der EFTA, eine umfassende Kontrolle bei einem Drittstaatsangehörigen oder bei einer visumspflichtigen Person zur Anwendung. Dabei werden auch Abfragen durch die Grenzwächter im SIS (Schengener Informationssystem) getätigt.

 

Um die notwendigen Passkontrollen so schnell wie möglich und gemäss den vorgegebenen Schengenstandards durchführen zu können, wurde der Personalbestand der Flughafengrenzwache erhöht. Eine zeitgemässe und taktvolle Kontrolle geniesst auch unter Schengen oberste Priorität.
 
Die Grenzwache erbringt neben der Ausweiskontrolle der Flugpassagiere auch in Zukunft eine geschätzte Dienstleistung für Schweizer Bürger. So ist es weiterhin möglich, sich bei Verlust oder Ungültigkeit des Grenzübertrittspapiers vor dem Abflug einen Notpass ausstellen zu lassen. Diese kostenpflichtige Dienstleistung wurde im vergangenen Jahr über 1'900 mal in Anspruch genommen.

 

Die Zollkontrolle bleibt

 

Das Schengenabkommen betrifft die Personenkontrolle und nicht die Zollkontrolle. Aus diesem Grund gelten für alle Reisenden die Zollvorschriften bei der Einreise in die Schweiz und nach Frankreich.

 

Des weiteren ist die Zollkontrolle vielschichtig: neben der Aufgabe „Geld einnehmen“ beachtet der Zoll über 100 nicht zollrechtliche Erlasse u.a. in den Bereichen Veterinärrecht, Gesundheitsschutz, Artenschutz, Marken- und Urheberrecht.

 

Nebst der Reisendenabfertigung nimmt der Zoll am EuroAirport die Warenabfertigung und – kontrollen in der Kurierfracht, in der Luftfracht und bei den Flugzeugunterhalts- und ausbaubetrieben vor.