15/12/2015

Medienmitteilung der Trinationalen Umweltkommission für den EuroAirport

Die 2001 gegründete Trinationale Umweltkommission für den EuroAirport hat am 4. Dezember 2015 ihre 14. Sitzung abgehalten. Zu reden gaben insbesondere die Auswir-kungen der insgesamt erfreulichen Entwicklung des EuroAirport, die Zunahme des Fluglärms in der Nacht  und die Auswirkungen des Projekts FABEC/SWAP. Hier sollen die französische Aufsichtsbehörde DGAC und das Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL als schweizerische Aufsichtsbehörde eine ausgewogene Lösung für die künftig zu erwartende grössere Anzahl Südstarts aushandeln.

Die Kommission unter der Leitung von Regierungsrätin Sabine Pegoraro, Basel-Landschaft, hat sich von der Direktion des EuroAirport über die Verkehrs- und Unternehmensentwicklung sowie die Umweltsituation informieren lassen. Die Passagierzahlen steigen weiter an auf rund 7 Millio-nen bis Ende 2015, das Frachtvolumen liegt bis Ende Jahr bei rund 100‘000 Tonnen. Obwohl ein grosser Teil des verzeichneten Bewegungswachstums am Tag stattfand, hat im Jahr 2014 auch die Anzahl der Flugbewegungen in den ersten beiden Nachtstunden (22.00 bis 23.00 und 23.00 bis 24.00 Uhr) zugenommen, und dieser Trend fand auch im ersten Halbjahr 2015 seine Fortsetzung. Das spiegelt sich in einem teilweisen Anstieg der von den Lärmmessstationen (u.a. in Allschwil und Hésingue) registrierten Lärmbelastung in dieser Zeit wider, eine Entwicklung, die von der Trinationalen Umweltkommission kritisch beurteilt wird. Die Zunahme der Flugbewegungen macht es offensichtlich betrieblich schwieriger; die Nordausrichtung in den Nachtstunden immer umzusetzen.

Zu Diskussionen Anlass gegeben hat auch der im Oktober 2015 gefällte Entscheid der Trans-portminister der sechs Staaten Deutschland, Belgien, Frankreich, Luxembourg, Niederlande und der Schweiz, die laufenden Luftraumprojekte im Rahmen der Initiative für einen gemeinsamen funktionalen Luftraum (FABEC) voranzutreiben. Dazu gehört auch das Vorhaben FABEC/SWAP. Mit diesem Projekt sollen übergeordnet zwei internationale Transitrouten entflochten werden, was ökologisch und ökonomisch sowie sicherheitstechnisch Vorteile bringt. Für die Anrainer im südlichen Sektor des EuroAirport bedeutet dies jedoch eine Zunahme von Abflügen in Richtung des Ausflugspunkts BASUD von heute rund 6 auf bis zu 25 Starts pro Tag. Insbesondere die Anrainer erwarten von den beiden Flugaufsichtsbehörden DGAC und BAZL, dass sie miteinander eine ausgewogene Verteilung dieser zusätzlichen Südstarts ab Frühjahr 2016 auf die beiden möglichen Routen durch den Schweizer Luftraum zum Punkt BASUD aushandeln.

Die Trinationale Umweltkommission konnte mit Befriedigung zur Kenntnis nehmen, dass mit dem Erlass vom 18. Juni 2015 die verschärften Lärmschutzmassnahmen in den sensiblen Nachtrand-stunden, u.a. das Verbot lärmiger Flugzeuge zwischen 22.00 und 06.00 Uhr, das Verbot von lärmigen Flugzeugen an Sonntagen und Feiertagen vor 09.00 und nach 22.00 Uhr und eine generelle Verpflichtung bei Starts zwischen 22.00 und 07.00 Uhr, die gesamte zur Verfügung stehende Pistenlänge 15 auszunutzen, behördlich festgesetzt worden sind.

Aktuell läuft die Modellierung der Lärmschleppen von Flugzeugen auf der Grundlage eines Dut-zends realer Flugbahnen und der von den Lärmmessstellen des Flughafens aufgezeichneten  Lärmmesswerte. Diese Analyse wird durch eine Arbeitsgruppe, die sich aus Mitgliedern der Um-weltabteilung des EuroAirport und aus Vertretern der Anrainerverbände der drei Länder zusam-mensetzt, in Zusammenarbeit mit der französischen Zivilluftfahrtbehörde DGAC (Direction Générale de l’Aviation Civile) durchgeführt.
Einmal mehr hat die Sitzung der Trinationalen Umweltkommission gezeigt, dass sie eine gute Plattform für die Diskussion aller Behördenvertreter, Anrainerverbände und dem Flughafen bildet.




Kontakte:

Kanton Basel-Stadt/Kanton Basel-Landschaft
-    Dr. Claus Wepler, Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt BS +41 61 267 85 17
-    Dr. Markus Stöcklin, Bau- und Umweltschutzdirektion BL +41 61 552 53 96

Préfecture du Haut-Rhin
-    Herr Stéphane De Mattheis, Bureau des Affaires Interministérielles +33 38933 45 28

Regierungspräsidium Freiburg
-    Dr. Klaus Schüle, Stabsstelle für grenzüberschreitende Zusammenarbeit +49 7612 081051