30/04/2008

ILS 34/Südlandungen

Das Instrumentenlandessystem für Landungen von Süden auf die Piste 34 (ILS34) ist seit seiner technischen Inbetriebnahme am 20.12.2007 in den letzten Wochen vermehrt benützt worden. Dies hat zu zahlreichen Anfragen und Reklamationen seitens der direkt und neu überflogenen Bevölkerung geführt.

Obwohl der Flughafen in Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden seit April 2004 in allen Projektphasen immer wieder umfassend über dieses Landeverfahren informiert hatte, scheint es uns erforderlich, die betrieblichen Rahmenbedingungen im Lichte der bisherigen Erfahrung nochmals in Erinnerung zu rufen.

Ziel und Zweck des neuen Landeverfahrens
Mit dem ILS 34 Verfahren wird gegenüber dem bis Dezember 2007 angewandten Sichtflugverfahren (MVI) das Risiko von sogenannten „missed approches“ (Durchstarten) bei Nordwind unter tiefer Wolkenuntergrenze verringert und die Staffelung der An- und Abflüge in Flughafennähe verbessert. Beides trägt zur Flugsicherheit bei. Zudem werden die Überflughöhen heraufgesetzt und die Anzahl der vom Lärm stark betroffen Personen mit Überflughöhen unter 1000 Meter/Meer verringert. (Beilage 1,Seite 9).

Benutzungsbedingungen
Das Abkommen vom 10. Februar 2006 zwischen den zuständigen Aufsichtsbehörden von Frankreich (DGAC) und der Schweiz (BAZL) regelt die Benutzungsbedingungen (Beilage 2). Es legt im Wesentlichen fest, dass die Piste 16 weiterhin als Hauptlandepiste benützt wird und die Piste 34 benützt werden soll, wenn die Rückenwindkomponente 5 Knoten übersteigt. - Zudem wird festgehalten, dass eine jährliche Bilanz gezogen wird. Falls der Anteil der ILS34 Landungen 8% (bzw. 10%) übersteigt, sollen die Ursachen vertieft analysiert bzw. Maßnahmen diskutiert werden.

Bisherige Erfahrungen
Die aktuelle Statistik der Südlandungen gemäss Beilage 3 zeigt, dass auch in den Vorjahren grosse monatliche Variabilitäten in der Benützung festgestellt werden konnten. Der Anteil beträgt bis Ende April des laufenden Jahres 9,4%. Ein systematischer Trend darf daraus jedoch nicht abgeleitet werde. Erfahrungsgemäss geht der Anteil der Südlandungen  – über das ganze Jahr betrachtet -  wieder erheblich zurück (siehe dazu Beilage 1, Seite 7, wo in den Jahren 2002 und 2003 ebenfalls hohe Prozentzahlen im April erreicht worden sind).

Praxis an einem aktuellen Beispiel
Am Sonntag, den 20. April 2008, sind zwischen 1440 Uhr und 2215 Uhr 39 von 78 IFR-Landungen an diesem Tage über das ILS 34 abgewickelt worden, da in diesem Zeitraum ein Wind aus Norden von über 5 Knoten (entsprechend 2,5 m/s) gemessen worden ist (Beilagen 4 und 5) und damit gemäss dem eingangs erwähnten Abkommen ein Wechsel der Pistenrichtung vorgenommen werden musste. Die Beilage 4 zeigt zusätzlich die für das ILS34-Verfahren charakteristischen Radarspuren. Daraus ist zu ersehen, dass das Verfahren von den Piloten planmässig befolgt wird.

Wir bitten Sie insbesondere zu beachten, dass in rund 90% der Zeit die Landungen von Norden auf die Piste 16 erfolgen, wie dies am vergangenen Sonntag, den 27. April, der Fall war (Beilage 6).

Zusammenfassend
Die Direktion des Flughafens ist  überzeugt, dass das neue Landeverfahren ILS 34 korrekt angewandt wird. Die entsprechend massgebenden Grundlagendokumente, die Monatsstatistik der Südlandungen, wie auch die aktuellen Windwerte (METAR-Meldungen) sind auf unserer Homepage www.euroairport.com publiziert. Die Bilanz wird von den zuständigen Aufsichtsbehörden am Ende jeden Jahres gezogen werden. Zudem wird der Flughafen wie gewohnt den offiziellen Umweltkommissionen (Fluglärmkommission, Commission Consultative de l’Environnement, Tripartite Umweltkommission) wie auch der französischen Fluglärmüberwachungsbehörde ACNUSA regelmässig Bericht erstatten.


Beilagen:
1 Projekt ILS 34 / Kurzfassung
2 Abkommen über die Pistenbenützung
3 Benützungsstatistik
4 Radarspuren vom 20. April 2008
5 Windwerte vom 20. April 2008
6 Radarspuren vom 27. April 2008


Diese Informationen wurden verteilt an:
- Gemeinderäte der Gemeinden Allschwil, Arlesheim, Binningen, Bottmingen, Dornach, Reinach
- Quartiervereine Basel-Neubad, Bruderholz
- Kantone Basel (Hr. Wepler), Basel-Landschaft (Hr. Boppart), Kanton Solothurn (Hr. Staub)
- regionale Medien