28/11/2018

Der EuroAirport prüft verstärkte Lärmschutzmassnahmen

Der EuroAirport will den Lärmschutz nach 23 Uhr weiter verstärken und so dem Bedürfnis nach Nachtruhe der Flughafenanrainerinnen und -anrainer entgegenkommen. Damit möglichst rasch wirkungsvolle Massnahmen ergriffen werden können, handelt der EuroAirport proaktiv: Er beantragt dem französischen Transportministerium (Zivilluftfahrtbehörde Frankreichs / DGAC), zusätzliche Lärmmassnahmen zu prüfen, welche bis zu betrieblichen Einschränkungen nach 23 Uhr führen könnten. Alle wichtigen Flughafenpartner – im Besonderen die Gemeindevertreter, Fluggesellschaften, Anrainerinnen und Anrainer sowie die Anrainerverbände – werden aktiv in das Verfahren eingebunden. Dieses Vorgehen unterstreicht, dass die nachhaltige Entwicklung im Zentrum der Flughafenstrategie steht.

 

Der EuroAirport ist ein zentraler Standortfaktor im Wirtschafts- und Lebensraum des Dreiländerecks: Seine Infrastruktur ermöglicht tägliche Flüge in alle wichtigen Zentren Europas. Er ist eine überregionale Drehscheibe für Waren, Personen und industrielle Aktivitäten. So schafft der Flughafen Tausende von Arbeitsstellen.

Weil die Nachfrage nach Luftverkehrsverbindungen weiterhin steigt, zeigen sich am EuroAirport bereits heute Engpässe etwa im Terminal oder bei den Flugzeugstandplätzen. Langfristige Lösungen sind in Planung, kurzfristige Anpassungen sind bereits in der Umsetzung.

Dabei ist klar: Als verantwortungsvolles Unternehmen ist der EuroAirport verpflichtet, die Flughafenentwicklung nachhaltig zu gestalten und dabei die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Aspekte gleichermassen zu berücksichtigen. Das Nachtruhebedürfnis der Flughafenanrainerinnen und -anrainer ist dabei einer der Aspekte, dem der EuroAirport besonderes Gewicht beimisst.

 

Lärmschutzmassnahmen des Aktionsplans 23 bis 24 Uhr bereits am Laufen

 Um diesem Ruhebedürfnis gerecht zu werden, hat der EuroAirport bereits im Frühjahr zwei Ziele in Bezug auf die Anzahl Flugbewegungen zwischen 23 Uhr und 24 Uhr bis Ende 2019 definiert. Diese Ziele sind Teil des vorgesehenen Lärmschutzvorsorgeplans Frankreichs («Plan de prévention du bruit dans l’environnement», PPBE) 2018-2022, der sich zurzeit in der Vernehmlassung befindet. Das erste Ziel ist die Halbierung der Starts Richtung Süden, das zweite Ziel die Stabilisierung der Flugbewegungen. Die Erreichung beider Ziele wird in einem partnerschaftlichen Ansatz mit den Fluggesellschaften am EuroAirport angestrebt.

Eine erste Evaluation zeigt nun, dass mindestens eines der zwei gesetzten Ziele sehr schwer zu erreichen sein wird. Grund hierfür sind Faktoren, welche ausserhalb der Kontrolle des Flughafens liegen und in diesem Sommer zu massiven Verspätungen führten. Durch die Anhäufung von Verspätungen bei den Flugzeugrotationen kam es zusätzlich zu einem Anstieg der Flugbewegungen zwischen 23 Uhr und 24 Uhr. Deshalb prüft der Flughafen sofort zusätzliche lärmmindernde Massnahmen.

 

EuroAirport will proaktiv den Lärmschutz nach 23 Uhr verstärken

  Mit diesem Ziel beantragt der EuroAirport dem französischen Transportministerium (Direction Générale de l’Aviation Civile  / DGAC) die Initiierung der erforderlichen Studien. In Frage kommen Massnahmen an der Lärmquelle, wie zum Beispiel eine Reduktion der Lärmemissionen bei Flugzeugen, bis hin zu betrieblichen Einschränkungen nach 23 Uhr.

 Die Prüfung von zusätzlichen Massnahmen erfolgt gemäss der EU-Verordnung 598/2014 in einem Verfahren, welches sich nach den Prinzipien eines ausgewogenen Ansatzes („Balanced Approach“) richtet und für alle Flughäfen der Europäischen Union gilt. Dabei werden die zusätzlichen Massnahmen hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen, ihrer wirtschaftlichen Folgen sowie ihrer betrieblichen Implikationen auf den Flugbetrieb überprüft. Vor einer Umsetzung erfolgen ein öffentliches Mitwirkungsverfahren und eine anschliessende Information an die Europäische Kommission. Der Schlussentscheid liegt dann beim französischen Verkehrsministerium.

 Bis zur möglichen Umsetzung der zusätzlichen Massnahmen werden die Ziele, wofür der Flughafen im Rahmen des französischen Lärmvorsorgeplans 2018-2022 verantwortlich ist, mit Hochdruck weiterverfolgt: Halbierung der Starts Richtung Süden und Stabilisierung der Flugbewegungen zwischen 23 und 24 Uhr bis Ende 2019. Um diese Ziele zu erreichen, arbeitet der Flughafen weiterhin in einem partnerschaftlichen Ansatz mit den Fluggesellschaften.