26/11/2010

Der EuroAirport erweitert seine Lärmschutzmassnahmen und hebt seine volkswirtschaftliche Bedeutung hervor

 

In seiner Sitzung vom 8. Oktober 2010 hat der Verwaltungsrat des Flughafens Basel-Mulhouse drei neue Lärmschutzmassnahmen verabschiedet sowie einen zusätzlichen Entscheid mit sofortiger präventiver Wirkung getroffen.

 

Die Massnahmen wurden nach Abwägung der umweltseitigen Wirkungen und der wirtschaftlichen Konsequenzen einerseits sowie der Auswirkungen auf die Flughafennutzer andererseits beschlossen. Sie stehen für die Weiterentwicklung der Lärmschutzpolitik des Flughafens, die der Verwaltungsrat in den 90er Jahren Schritt für Schritt begonnen hat.


Mit einer ausgewogenen Vorgehensweise möchte der EuroAirport für die nachhaltige Entwicklung der Flughafenplattform sorgen, die mit ihren 6‘500 direkten Arbeitsplätzen zu den wichtigsten Arbeitgebern in der Region zählt.

 

Die neuen vom Verwaltungsrat verabschiedeten Massnahmen sind wie folgt:

 

1. Schrittweise Erhöhung der Gebühren für sämtliche Starts und Landungen in den sensiblen Randzeiten
 
Diese Massnahme stellt eine Verschärfung der bestehenden per Ende Dezember 2008 vom Verwaltungsrat des EuroAirport getroffene Entscheidung dar, die am 1. April 2009 in Kraft trat. Ziel ist es, die zusätzlich erhobenen Start- und Landegebühren für Flugzeuge, die in den sensiblen Randzeiten (22.00 Uhr bis 6.00 Uhr) sowie an Sonntagen und gemeinsamen französisch-schweizerischen Feiertagen (22.00 Uhr bis 8.00 Uhr) erhöhte Lärmemissionen erzeugen, innerhalb von 3 Jahren progressiv um 50 % zu erhöhen.
 
Auf lange Sicht zielt diese Massnahme darauf ab, den Fluglärm von lauten Flugzeugen in den sensiblen Randzeiten noch weiter zu reduzieren und die Fluggesellschaften dazu anzuregen, modernere Maschinen einzusetzen.

 

Diese Massnahme tritt am 1. April 2011 in Kraft. Der Flughafen wird die mittel- und langfristige Wirkung der Massnahme überprüfen.


2. Verschärfung des Start- und Landeverbots zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr
 
 Im Rahmen dieser Massnahme sind Starts und Landungen zwischen 22.00 Uhr und 6:00 Uhr für Flugzeuge, die den Kapitel-3-Lärmgrenzwert nicht um mindestens 8 EPNdB* unterschreiten (derzeit 5 EPNdb), verboten.

 

Diese Massnahme wird im Rahmen des Plans zur Lärmbekämpfung in der Umgebung des Flughafens und gemäss der Europäischen Richtlinie 2002/30/EG über Regeln und Verfahren für lärmbedingte Betriebsbeschränkungen auf Flughäfen der Gemeinschaft umgesetzt.

 

Das sich daraus ergebende Verfahren wird voraussichtlich im Laufe des Jahrs 2012 abgeschlossen sein.


3. Verbot lauter Flugzeuge an Sonntagen und gemeinsamen französisch-schweizerischen Feiertagen vor 9.00 Uhr und nach 22.00 Uhr
 
 Für Flugzeuge, deren Lärmzertifikat einen Überflugswert von 97 EPNdB oder mehr aufweist, sind Flüge an Sonntagen und gemeinsamen französisch-schweizerischen Feiertagen vor 9.00 Uhr und nach 22.00 Uhr verboten.

 

Diese Massnahme wird nach Anhörung der betroffenen Fluggesellschaften gemäss der Europäischen Richtlinie 2002/30/EG über Regeln und Verfahren für lärmbedingte Betriebsbeschränkungen auf Flughäfen der Gemeinschaft umgesetzt.

 

Das sich daraus ergebende Verfahren wird voraussichtlich im Laufe des Jahrs 2012 abgeschlossen sein.


4. Zusätzlicher Entscheid des Verwaltungsrats

 

Neben den drei oben genannten Massnahmen erklärt der Verwaltungsrat präventiv, dass zwischen 23.00 Uhr und 6.00 Uhr am Flughafen Basel-Mulhouse nicht geplante Flüge abgelehnt werden, sofern es sich nicht um Notfälle handelt.
Mit dieser Entscheidung möchte der Flughafen die Anrainer vor Flugumleitungen aufgrund von Betriebszeiten, die andere Flughäfen einseitig festlegen, bewahren.

 

Diese Massnahme tritt umgehend in Kraft.

 

EuroAirport: Wertschöpfung von 1,4 Milliarden €

 

Der EuroAirport spielt für das Dreiländereck eine wichtige Rolle: Er ist der dritte Landesflughafen der  Schweiz nach Zürich und Genf, der fünftgrösste regionale Flughafen in Frankreich und bedient in Deutschland den gesamten Südwesten Baden-Württembergs. Laut Ergebnissen einer unabhängigen Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung des EuroAirport, hängen 27‘000 Arbeitsplätze mit den Aktivitäten des Flughafens zusammen (direkte, indirekte, induzierte und katalytische Effekte).  Damit verbunden ist ein Umsatz von 3,9 Milliarden €, ein Einkommen von fast 1 Milliarde € und eine Wertschöpfung von 1,4 Milliarden € (Bezugsjahr 2008).

 

Bis Ende Oktober 2010 haben 3,5 Millionen Passagiere den EuroAirport benutzt, was einem Anstieg von 6% gegenüber 2009 entspricht. Per Ende Oktober 2010 ist die Anzahl der Flugbewegungen (Starts und Landungen) im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum im Vorjahr um 2% gestiegen.

 

Die Broschüre „Die wirtschaftliche Bedeutung des EuroAirport“ (Zusammenfassung der Studie) kann auf www.euroairport.com heruntergeladen werden : Rubrik „Der EuroAirport“, dann „Mehr Informationen“.


*  EPNdB = „EFFECTIVE PERCEIVED NOISE decibel“ – dient der Zertifizierung von Strahlflugzeugen. Dieser Wert stellt den äquivalenten gleichförmigen Lärmpegel über die genormte Dauer von 10 Sekunden mit einer Schallenergie dar, die der lautesten Phase beim Vorbeifliegen eines Flugzeugs entspricht. Dieser Wert ist höher als der in dB(A) gemessenen Wert.